drucken
 

Bundeswettbewerb Fremdsprachen wird 40

Der Traditions-Wettbewerb feiert Geburtstag

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen feiert seinen 40. Geburtstag. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich manches geändert. Doch eines macht den Wettbewerb nach wie vor aus: Die Begeisterung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für andere Kulturen, Sprachen und Menschen.

Das Geburtstagsquiz

Wie gut kennst du dich mit dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen aus? Teste dein Wissen in zehn Fragen rund um Sprachen und den Wettbewerb.





Chronik

  • 1979 - Der Startschuss
Erstmalige Ausschreibung des regional begrenzten Schülerwettbewerbs Fremdsprachen an den Schulen in Hamburg und Rheinland-Pfalz im September 1979.
  • 1981- Bundesweit
Ausschreibung des bundesweiten Schülerwettbewerbs Fremdsprachen an allen Schulen mit Sekundarstufe II in Deutschland im September 1981.
  • 1985 - Neue Wettbewerbe
Der seit 1985 Bundeswettbewerb Fremdsprachen genannte Wettbewerb wird in die Förderung der Bundesregierung aufgenommen; zugleich beginnt der Aufbau der Wettbewerbe für die Sekundarstufe I (Einzel- und Gruppenwettbewerb).
  • 1989 - Azubis
Start des Gruppenwettbewerbs für Auszubildende.
    • 1992 - 1. Sprachenfest
    Das erste Sprachenfest des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen findet in Bremen statt.
    • 1998 - Wir sind drin!
    Seit September hat der Bundeswettbewerb Fremdsprachen einen Internetzugang.
    • 1999 - 1. Sprachenturnier
    Das erste Sprachenturnier des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen findet in Hamburg statt.
    • 2000 - Ehrung
    Der Gruppenwettbewerb für Auszubildende wird mit dem Europäischen Sprachensiegel ausgezeichnet.
    • 2007 - 1. Azubiturnier
    Das erste Azubiturnier findet in Schweinfurt statt. Seitdem ist es fester Bestandteil im TEAM BERUF.
    • 2014 - Großer Finaltag
    Zum 25. Jubiläum gibt es eine große Feier mit 350 Gästen in Köln. Mit den Siegern der Wettbewerbskategorie SOLO 10+ werden Deutschlands größte Fremdsprachtalente gekürt. BWFS-Alumni Ingo Zamperoni meldet sich per Videobotschaft aus Washington.
    • 2017 - Neue Aufgabenformate
    Teilnehmende in den Kategorien SOLO und SOLO Plus reichen erstmals selbstgedrehte fremdsprachige Videos ein.
    • 2018 - KMK und Sprachenfest
    Die Kultusministerkonferenz entscheidet, dass die Ausrichtung des Sprachenfestes immer in den Händen des Bundeslandes liegen soll, dass zu dieser Zeit die KMK-Präsidentschaft trägt.

Bernhard Sicking

Bernhard Sicking

  • Leiter
    Bundes­wettbewerb
    Fremd­sprachen
  • (02 28) 959 15-31

Vergrößern
Teilnehmerinnen der ersten Stunde. Maurizia I. Puglia (2.v.rechts) ist heute Jurorin im Bundeswettbewerb Fremdsprachen.

133 Schüler nahmen am ersten „Schülerwettbewerb Fremdsprachen“ teil – so hieß der Bundeswettbewerb in seiner ersten Auflage 1979. Anfangs regional auf Hamburg und Rheinland-Pfalz begrenzt, wird der Wettbewerb seit 1981 bundesweit durchgeführt. Nach den ersten sechs Jahren als Oberstufenwettbewerb öffnete sich der Sprachen-Contest 1985 auch für die Sekundarstufe I. 1989 kam dann der Gruppenwettbewerb für Auszubildende – die heutige Wettbewerbskategorie TEAM BERUF – hinzu, der somit in diesem Jahr 2019 einen eigenen runden Geburtstag feiert.


Vergrößern
Preisträgerinnen der ersten Preisverleihung 1981. In der Mitte: Dr. Beate Angelika Kraus
40 Jahre sind ein stolzes Alter: Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen gehört damit zu den traditionellen Schülerwettbewerben in der Bundesrepublik. Mittlerweile machen jedes Jahr mehr als 15.000 Schüler beim Bundeswettbewerb mit. In ganz Deutschland engagieren sich Lehrer ehrenamtlich für den Wettbewerb, korrigieren Aufgaben und unterstützen ihre Schüler bei der Vorbereitung.



Mehr als Vokabeln lernen

Ein Wettbewerb, der Fremdsprachen zum Thema hat, ist natürlich immer – in den Angeboten wie auch in den Wettbewerbsaufgaben – vielfältig und bunt. Nicht nur die besonderen Aufgabenstellungen der unterschiedlichen Wettbewerbskategorien, auch das Zusammenspiel mit anderen, die Kommunikation und die kreative Herangehensweise begeistern Teilnehmer seit Beginn des Wettbewerbs. Ob alleine oder im Team, als Sprachanfänger oder als Fortgeschrittene – der Bundeswettbewerb Fremdsprachen bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, sich (fremd-)sprachlich auszuprobieren, sich Herausforderungen zu stellen und vor allem auch mit Gleichgesinnten zusammenzukommen.

Vergrößern
Da treten die Preise, die für besonders gute Leistungen auf Landes- und auf Bundesebene verliehen werden, schon fast in den Hintergrund. Dennoch sind und waren sie natürlich zusätzlicher Anreiz zur Teilnahme. So etwa werden seit Beginn des Wettbewerbs jährlich Preisträger in die Förderung der Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. Doch auch mit Geld- und Sachpreisen, Reisepreisen und der Teilnahme an besonderen Veranstaltungen und Seminaren werden Teilnehmer für ihre tollen Leistungen geehrt.

"Es war eine wunderbare Zeit, uns wurde viel geboten..."

Wenn man wissen möchte, warum dieser Wettbewerb bereits seit 1979 begeistert, fragt man am besten ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zum Beispiel...

Vergrößern

...Tobias Wedel. Ihn hat die Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen letztendlich motiviert, Französisch zu erlernen und sogar in Frankreich zu studieren.
Mehr
Wie haben Sie damals vom Wettbewerb erfahren und warum haben Sie sich angemeldet?
Meine Englischlehrerin hat seit der 8. Klasse Werbung für den Bundeswettbewerb gemacht, weshalb ich schon 2014 am Gruppenwettbewerb 8/9 teilgenommen hatte. In der elften Klasse, als diese Englischlehrerin unsere Schule schon verlassen hatte, habe ich einen Flyer des Bundeswettbewerbs herumliegen gesehen, mich erinnert, wie motiviert sie immer davon gesprochen hatte, und mir einen Ruck gegeben.

Spielen Fremdsprachen in Ihrem Leben und/oder Beruf eine Rolle? Welche?
Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen hat mein Selbstvertrauen, was Sprachen angeht, unheimlich gesteigert. Dadurch und dank der Förderung durch die Studienstiftung habe ich mich entschieden, in Frankreich auf Englisch zu studieren und mit Französisch noch einmal eine Fremdsprache von null zu lernen. Hier nehme ich auch Türkischkurse und ziehe nächstes Jahr nach Großbritannien. Fremdsprachen sind also schon lange nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitstreitern oder sind Sie dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen heute noch in irgendeiner Weise verbunden?
Erst kürzlich hat mich eine andere Teilnehmerin angeschrieben, weil sie sich für meinen Studiengang interessiert, wobei ich ihr gerne geholfen habe. Auch wenn jemand Tipps zum Studium oder Antworten für eine Umfrage braucht, wird die Whatsapp-Gruppe von damals immer wieder reaktiviert.

Haben Sie eine Lieblingsfremdsprache? Wenn ja, warum genau diese?
Auf jeden Fall Türkisch. Diese Sprache ist so anders, dass sie mich aus vielen alten Denkmustern befreit hat, aber trotzdem in sich so logisch und einfach, dass das Lernen und Sprechen Spaß macht.

Welche Tipps können Sie Jugendlichen geben, die heute am Wettbewerb teilnehmen?
Ich glaube, es war wichtig, den Wettbewerb und meine Teilnahme nicht auf Fremdsprachen zu reduzieren. Wer die Gesamterfahrung nutzt, um auch gesellschaftliche Themen, Gruppenarbeit und Kreativität einzubringen und vielleicht noch einige Kontakte zu knüpfen, wird am Ende das Meiste mitnehmen.

Zum Geburtstag gehören Geburtstagswünsche. Was wünschen Sie dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen für die nächsten Jahre?
Ich wünsche dem Wettbewerb, dass es langfristig keine sprachbegeisterten Schülerinnen und Schüler in Deutschland gibt, die nicht zumindest schon von ihm gehört haben. Denn diese Erfahrung hat bei mir so viel verändert, dass ich sie jedem und jeder von Herzen gönne. Hoffentlich gibt es auch in Zukunft noch mehr Teilnehmer mit ungewöhnlichen Sprachkombinationen.



Vergrößern

Prof. Dr. Eva Julia Lohse nahm 1997 am Bundeswettbewerb Fremdsprachen mit den Sprachen Latein und Englisch teil.
Mehr

Wissen Sie noch, welche Aufgaben Sie bearbeiten mussten? Mit welchen technischen Mitteln? Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Für die dritte Runde habe ich (in Latein) ein Streitgespräch zwischen Cato und einer jungen Frau über die Emanzipation der Frau geschrieben und auf eine Kassette aufgenommen. Das war eine ziemlich unterhaltsame Aufgabenstellung. Außerdem gab es in der ersten Runde eine Beschreibung einer Karikatur der Justizia, das fand ich endlich auch einmal eine schöne Anwendung des Lateinischen.
Die zweite Runde fand ich unterhaltsam, weil ein Text über den Nachwächter in Rothenburg übersetzt werden sollte (ins Englische? Das weiß ich nicht mehr) und ich mir eine Reihe lustiger Wörter für Nachwächter überlegen musste. Außerdem ist mir in Erinnerung geblieben, dass der lateinische Text aus einem Cicero-Text war, den wir bereits in der Schule übersetzt hatten. Das hat mich damals natürlich gefreut…


Spielen Fremdsprachen in Ihrem Leben und/oder Beruf eine Rolle? Welche?
Als Europarechtlerin und Rechtsvergleicherin lese ich natürlich viele Texte in Fremdsprachen (sowohl wissenschaftlich, als auch Gesetzestexte und Urteile). Da helfen Fremdsprachenkenntnisse (auch wenn ich die Sprachen nicht unbedingt alle spreche, aber für schriftliche Recherchen reichen ja häufig Sprachgefühl und Kenntnisse in der jeweiligen Sprachfamilie) ungemein. Manchmal muss ich auch Vorträge auf Englisch halten, mit französischen Kollegen parlieren oder ausländische Doktorandinnen und Doktoranden betreuen in der Fremdsprache.

Zum Geburtstag gehören Geburtstagswünsche. Was wünschen Sie dem Bundeswettbe-werb Fremdsprachen für die nächsten Jahre?
Live long und prosper! Oder: Vivat, crescat, floreat!





Vergrößern

Maurizia I. Puglia. Sie gehörte zu den ersten Teilnehmerinnen 1979, war Preisträgerin und ist heute Jurorin im Wettbewerb.
Mehr

Welche Erinnerung haben Sie an den Bundeswettbewerb Fremdsprachen, die Preisverleihung oder eine andere Veranstaltung?
Endlich ein anderes Bewertungssystem als in der Schule. Endlich traf ich Gleichaltrige, die auch neugierig waren, wie es anderswo sein kann und die Freude hatten sich in anderen Sprachen zu unterhalten und auszutauschen. Und was war das für eine bunte Runde…..
Die Preisverleihung in Bonn war feierlich und würdig – viel bedeutender als meine anschließende Abiturfeier.
Wir durften als Gruppe nach Bruxelles fahren und damit wurden unsere Ideen einer großen europäischen Gemeinschaft unterstützt! Nicht so klein, klein denkend wie heute immer weiter verbreitet.
Und ich durfte in München (mit einem anderen Teilnehmer) sowohl beim Langenscheidt Verlag als auch bei einer Veranstaltung im Cuvilliéstheater den so jungen Fremdsprachenwettbewerb eventuellen Multiplikatoren vorstellen.


Spielen Fremdsprachen in Ihrem Leben und/oder Beruf eine Rolle? Welche?
Ja, klar. Meine ganze Berufstätigkeit basiert darauf! Und heute sehe ich mich auch als Sprachmittler, so wie der Beruf heute auch bezeichnet wird – nicht mehr Dolmetscher und Übersetzer. Ohne meine Sprachen wäre ich gänzlich arbeitslos.
Außerdem bilde ich mich in „Einfacher Sprache“ weiter… ebenso ein Übersetzungstool.


Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitstreitern oder sind Sie dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen heute noch in irgendeiner Weise verbunden?
Eine wirklich wunderbare enge Freundschaft ist entstanden und geblieben. Ein echtes Geschenk in meinem Leben! 40 Jahre mittlerweile.
Zu einigen anderen habe ich sehr, sehr losen Kontakt.
Ich bin Jurorin für Italienisch und letztes Jahr habe ich einen jungen Mann geprüft, dessen Mutter im gleichen Wettbewerbsjahr wie ich Preisträgerin des Wettbewerbs war und aus Mainz stammte. Der junge Mann trug einen Doppelnamen und kam eben aus Mainz. Die Stadt in der ich damals lebte. So, habe ich mit der Mutter wieder ein paar Mal geschrieben.


Welche Tipps können Sie Jugendlichen geben, die heute am Wettbewerb teilnehmen?
Nutzt die wunderbare Möglichkeit andere zu treffen, die ähnliche Interessen haben, die Freude am Fremden haben und seid Multiplikatoren der Vielfältigkeit!!!
Vor allem nutzt die Möglichkeit aus dem Einerlei der Schule herauszukommen. Es sind tolle Herausforderungen.





Vergrößern

...Mark Wendt. Mark hat gerade erst sein Abitur hinter sich gebracht und ist einer unser jüngsten Alumni. Er nahm vier Jahre lang am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teil, ist dem Wettbewerb sehr verbunden und mit seiner Wettbewerbserfahrung als Sprachpate ansprechbar für jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Mehr

Mit welchen Sprachen nahmen Sie damals teil?
Ich habe in der 8. und 9. Klasse zunächst mit Französisch in der ersten Runde teilgenommen und anschließend Italienisch beim Sprachenturnier dazu gewählt. Beim Solo Plus bin ich abgesehen von Französisch und Italienisch zusätzlich noch mit Spanisch und Englisch angetreten.

Welche Erinnerung haben Sie an den Bundeswettbewerb Fremdsprachen, die Preisverleihung oder eine andere Veranstaltung?
Ich behalte diesen wunderbaren Wettbewerb in bester Erinnerung. Ich habe die Tage mal nachgedacht, wie viele außergewöhnlichen Möglichkeiten meines Lebens sich durch den BWFS für mich ergeben haben: Angefangen das Julien Krinsky Summer Camp im August 2017 in Philadelphia (Preis Sprachenturnier 2016), das großartige ISLI Seminar in Oberwesel 2018 (Preis Sprachenturnier 2017) und nicht zuletzt Oxford Summer Courses, den Tag der Talente, das Schülerkolleg International. Das waren die prägendsten Erlebnisse meines Lebens... Und das alles wurde durch den Bundeswettbewerb Fremdsprachen ermöglicht. Dafür muss ich mich bedanken.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitstreitern oder sind Sie dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen heute noch in irgendeiner Weise verbunden?
Ich halte noch regelmäßig Kontakt mit anderen Teilnehmern, viele von ihnen sind enge Freunde geworden (auch ein großer Vorteil des Wettbewerbs!). Außerdem engagiere ich mich sehr gerne als Sprachpate und stehe TeilnehmerInnen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite.

Übersetzungsprogramme werden immer besser. Warum ist es heute überhaupt noch wichtig, Fremdsprachen zu erlernen?
Ein Computer kann dir nicht so schnell helfen, wenn du auf einer Reise in Russland bist und der Person am Schalter erklären musst, wo du hinwillst. Außerdem ist es ja sehr langweilig, ein paar Tasten zu drücken und irgendwelche Programme für sich sprechen oder schreiben zu lassen. Das Erlernen von Fremdsprachen macht weltoffener, trainiert das Gehirn und führt dich in ganz neue Welten, lässt dich zu neuen Reisen aufbrechen und weckt die Neugier. Gerade in einer globalisierten Welt wie heute ist es sehr wichtig, sondern sich in uns anderen Mitmenschen hineinzuversetzen und sich mit den vielfältigen Kulturen auf unserem Globus zu befassen. Englisch als Weltsprache reicht hier nicht immer aus. Und: Der Mehrwert, wenn man mehrere Sprachen kann, ist groß (habe selbst die Erfahrung gemacht): Die Menschen werden dich anders wahrnehmen und behandeln, wenn du auch nur versuchst, in Ihrer Muttersprache zu sprechen. Das ist ein Zeichen von Wertschätzung.

Welche Tipps können Sie Jugendlichen geben, die heute am Wettbewerb teilnehmen?
Ich kann zukünftigen TeilnehmerInnen nur sagen: Habt Mut, zu reden und keine Angst, Fehler in der Fremdsprache zu machen. Bringt euch außerdem mit kreativen Ideen ein und denkt auch mal „outside the box“! Fokussiert euch nicht zu sehr auf Details wie kleine Grammatikfehler oder die Technik beim Video, sondern seht eher das „große Ganze“: eure Sprache und euer Sprachfluss. Have fun!

Zum Geburtstag gehören Geburtstagswünsche. Was wünschen Sie dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen für die nächsten Jahre?
Weiterhin eine steigende Teilnehmerzahl von eifrigen und motivierten SchülerInnen aus dem In- und Ausland, die zu Freunden statt zu Konkurrenten werden! Außerdem: Kreative Aufgabenformate, die den Zahn der Zeit treffen und die TeilnehmerInnen anregen, sich in frei zu entfalten. Ich wünsche mir auch weiterhin so ein nettes Team im Büro, das einen immer unterstützt und fantastische Turniere auf die Beine stellt.



Vergrößern
Lorena Alin. Sie nahm 2013 mit einem Azubi-Team der ZF Friedrichshafen AG am TEAM BERUF teil und schaffte es mit ihrem Team bis ins Finale, dem Azubiturnier.

TEAM BERUF feiert in diesem Jahr ebenfalls einen runden Geburtstag: Bereits seit 30 Jahren nehmen Auszubildende und Schülerinnen und Schüler beruflicher Schulen mit großartigen fremdsprachigen Videos, Hörspielen und multimedialen Beiträgen an dieser beruflichen Wettbewerbskategorie des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen teil.
Mehr
Lorena Alin und ihr Team reichten 2013 einen Beitrag ein mit dem Titel „Back in Time – eine Zeitreise der ganz besonderen Art!“. Das Video handelte von einer Zeitreise in ein Unternehmen des Jahres 1952…
Wie haben Sie damals vom Wettbewerb erfahren und warum haben Sie sich angemeldet?
Über meinen Arbeitgeber, es war ein Azubiprojekt für uns als Auszubildende.

Wissen Sie noch, welche Aufgaben Sie bearbeiten mussten? Mit welchen technischen Mitteln? Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Ein 7-Minuten-Film der unseren Ausbildungsberuf und unseren Arbeitgeber beschreibt. Der Kameramann wurde uns vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. Da wir uns für eine Zeitreise entschieden hatten, mussten wir unser Unternehmensarchiv durchforsten.

Zum Geburtstag gehören Geburtstagswünsche. Was wünschen Sie dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen für die nächsten Jahre?
Ich hoffe, dass der Bundeswettbewerb Fremdsprachen noch viele Jahre weiter besteht und so den Leuten auch Spaß am Lernen und Leben einer Fremdsprache vermittelt wird.

Danke, dass ich an diesem Projekt teilnehmen durfte.



Vergrößern

... Dr. Maria Backhaus. Sie nahm zweimal mit Latein teil und die Themen der Aufgaben, mit denen sich sich während ihrer Teilnahme befasste, begleiteten sie sogar bis zu ihrer Dissertation.
Mehr

Welche Erinnerung haben Sie an den Bundeswettbewerb Fremdsprachen, die Preisverleihung oder eine andere Veranstaltung?

Ich hatte viel Spaß bei der Bearbeitung der Aufgaben, insbesondere dem kreativen Verfassen von Texten. Besonders spannend war natürlich die Endrunde, in der man sich mit den anderen Teilnehmern austauschen konnte. Wirklich großartig war die gemeinschaftliche Atmosphäre – bei den Gruppengesprächen haben wir uns gegenseitig unterstützt, statt gegeneinander auszuspielen. Als ich 2005 den Sonderpreis „Lebendiges Latein“ der Elisabeth-Lebek-Stiftung erhielt, war ich überrascht! Das Preisgeld war für eine Reise nach Italien und Griechenland bestimmt. Gemeinsam mit einer Kommilitonin und einem Freund wurde es dank des Interrail-Tickets eine ziemlich abenteuerliche Fahrt auf den Spuren der Antike – einfach perfekt nach dem ersten Semester „Kultur der Antike“ (Justus-Liebig-Universität Gießen).

Wissen Sie noch, welche Aufgaben Sie bearbeiten mussten? Mit welchen technischen Mitteln? Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
In einem Jahr sollte z. B. eine Führung zum Sarkophag von Karl dem Großen geschrieben werden, auf dem die Entführung der Persephone durch den Unterweltsgott Hades dargestellt ist. Diese Aufgabe war nicht nur die Grundlage für meine Facharbeit, die sich mit dem Mythos befasste, sondern hat auch mein Interesse an den morbideren Themen der Klassischen Philologie geweckt. Das mündete schließlich in meine 2019 veröffentlichte Dissertation zu Aufzählungen tödlicher Gewalt bei Seneca und Lucan.

Haben Sie eine Lieblingsfremdsprache? Wenn ja, warum genau diese?
Aus der Perspektive des Lernenden: Latein, weil es so logisch aufgebaut ist.
Aus der Perspektive des Sprachwissenschaftlers: Altgriechisch, weil so viele Doppeldeutigkeiten in den Partizipialkonstruktionen stecken.
Aus dem Alltag: Englisch, weil es einfach nützlich ist.


Welche Tipps können Sie Jugendlichen geben, die heute am Wettbewerb teilnehmen?
Zu gewinnen ist hier wirklich nicht das Ziel – was nachhaltig Freude bereitet, ist der Spaß, den man währenddessen hat!





Vergrößern
... Dr. Annika Böddeling. An ihrem Beispiel zeigt sich, dass nicht immer die Schule der Ort ist, an dem Schülerinnen und Schüler vom Wettbewerb erfahren!
Mehr

Wie haben Sie damals vom Wettbewerb erfahren und warum haben Sie sich angemeldet?

Ich habe auf einem Plakat am U-Bahnhof davon erfahren kurz nachdem ich von meinem Austauschjahr in Bolivien wieder gekommen war. Ich sah in der Teilnahme eine Chance, weiterhin Spanisch zu sprechen – und habe mich also spontan angemeldet.

Spielen Fremdsprachen in Ihrem Leben und/oder Beruf eine Rolle?

Ich habe an der Universität in Cambridge auf Englisch in der Philosophie promoviert. Die Forschung und Lehre an der Universität ist auch auf Englisch. Französisch, Spanisch und Swahili spielen leider nur am Rande eine Rolle, wenn ich mit Menschen im Kontakt bin, mit denen ich auf diesen Sprachen kommunizieren kann. Gerade bei Swahili kommt das natürlich nicht so oft vor.

Haben Sie eine Lieblingsfremdsprache?

Französisch – der Klang, die Literatur, die Feinheit. Und nicht zuletzt auch die Erinnerungen, die ich mit dieser Sprache verbinde.

Übersetzungsprogramme werden immer besser. Warum ist es heute überhaupt noch wichtig, Fremdsprachen zu erlernen?

Hilft mir ein Übersetzungsprogramm dabei, die Schönheit einer Sprache zu entdecke? Mich auf einer fremden Sprache zu verlieben? Einem Menschen Respekt entgegenzubringen, indem ich mich um „seine“ Sprache bemühe? Die Feinheiten von Poesie und Literatur zu erahnen? Ich glaube kaum.



Vergrößern

... Dr. Beate Angelika Kraus. Sie ist Teilnehmerin der ersten Stunde. 1979 fand die damalige Schülerin ein Plakat des neuen Wettbewerbs in ihrer Schule, meldete sich an und belegte gleich einen ersten Platz.
Mehr
Welche Erinnerung haben Sie an den Bundeswettbewerb Fremdsprachen?
Es war eine wunderbare Zeit, uns wurde viel geboten, darunter eine Preisträger-Fahrt zur Europäischen Union nach Brüssel. Wir waren hochmotiviert, Zukunft mitzugestalten (und hätten nie gedacht, dass es zu einer Krise in Europa oder gar zum Brexit kommen würde).

Wissen Sie noch, welche Aufgaben Sie bearbeiten mussten? Mit welchen technischen Mitteln? Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Mein Thema für die französische Hausarbeit in der dritten Runde lautete: „Zeigen Sie an konkreten Beispielen einige Parallelen zwischen Malerei, Musik und Dichtung im französischen Impressionismus. Gibt es Entsprechungen dazu im deutschen Kulturraum?“
Das klingt für mich heute eine Nummer zu groß, aber damals hatte ich keine Skrupel. Meine Arbeit entstand handschriftlich, dann tippte ich die Reinschrift auf einer elektrischen Schreibmaschine, die Abbildungen und Musikbeispiele wurden fotokopiert und hineingeklebt.


Welche Tipps können Sie Jugendlichen geben, die heute am Wettbewerb teilnehmen?
Für Euch beginnt eine wunderbare Zeit außerhalb der Schule, genießt sie! Dazu gehört auch das Kennenlernen von anderen, die sich gleichfalls für Sprachen interessieren. Und: Als Kind deutscher Eltern, ohne internationalen Hintergrund oder Auslandsaufenthalte, hätte ich nie gedacht, dass ich einen ersten Preis erhalten würde. Hier geht also sehr viel…

In der Schule war ich unterfordert und habe mich oft gelangweilt. Der Wettbewerb war für mich in der Oberstufe sehr wichtig, ich schloss neue Freundschaften, und es eröffneten sich Perspektiven Richtung Studium.

Diesen Artikel weiterempfehlen:
facebook twitter Google