Für Lehrer

„Man kann nur gewinnen“

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen im Unterricht: Interview mit Lehrerin Sabine Lenz

Sabine Lenz, Lehrerin für Deutsch, Englisch und Französisch am Josef-Effner-Gymnasium Dachau, erzählt im Interview, was den Bundeswettbewerb Fremdsprachen für sie und ihre Schüler so attraktiv macht. „Wer Freude an Sprachen mitbringt und bereit ist, sich einzubringen, kann hier nur gewinnen“, sagt sie.

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Wieso motivieren Sie Schüler, am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilzunehmen?

Sabine Lenz: Fremdsprachen sind für mich etwas ganz Besonderes: Sie setzen ein hohes Maß an geistiger Flexibilität und logischem Denken voraus, das Sprechen selbst erfordert außerdem Mut und Übung. Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen ist eine spielerische und dennoch anspruchsvolle Herausforderung für alle interessierten Schüler, die mehr wollen. Wer in der Gemeinschaft ein Projekt wie z.B. einen Film oder ein Theaterstück realisieren möchte, findet bei Team Schule seinen Platz. Wer seine eigenen Fremdsprachenfähigkeiten testen oder erweitern möchte, kann sich beim Einzelwettbewerb für die Mittel- und Oberstufe anmelden oder beim Kurzgeschichtenwettbewerb kreativ werden. Für alle ist etwas geboten. Das Mitmachen selbst ist einfach. Bei den Siegern dabei zu sein, erfordert große Sprachkompetenz. Als Jurorin auf Bundesebene freue ich mich immer wieder darüber, welch erstaunlich hohes Sprachniveau die Teilnehmer entwickeln. Für mich bedeutet aber allein das Mitmachen einen Gewinn: an Erfahrung, an Selbstbewusstsein, Spaß durch Gemeinsamkeit.

Wie lassen sich die Wettbewerbsaufgaben in den normalen Unterricht integrieren?

Da gibt es vielfältige Möglichkeiten: Schon in der Unterstufe kann man die Schüler im Unterricht Kurzgeschichten schreiben lassen; die besten Geschichten werden gemeinsam bestimmt und aussichtsreiche Arbeiten eingereicht.
Der Gruppenwettbewerb Team Schule benötigt sicherlich etwas mehr Zeit. Hier eignen sich abgesehen vom stundenplanmäßigen Unterricht etwa Intensivierungsstunden oder Projekttage zur Erstellung eines Beitrags. Außerdem habe ich einige Arbeiten gesehen, die von Schülern in Eigenregie erstellt wurden. Hier hat der Lehrer nur einen Anstoß gegeben und die Schüler haben in ihrer Freizeit witzige Beiträge erstellt. Man kann diesen Arbeiten ansehen, dass die Schüler sehr viel Spaß bei der Inszenierung hatten!
Den Einzelwettbewerb der Mittel- und Oberstufe können die Schüler ohne Hilfe einer Lehrkraft bestreiten. Es ist aber für interessierte Lehrer auch gut möglich, frühere Prüfungsaufgaben als Beispiel- und Übungsaufgaben zu verwenden. Die Schüler trainieren so ihre fremdsprachliche Kompetenz und werden gleichzeitig mit den Prüfungsformaten vertraut. Das kann man sogar in Vertretungsstunden in der Mittelstufe gut einbringen.

Was zeichnet guten Fremdsprachenunterricht Ihrer Meinung nach aus?

Offenheit und Vielfalt. Durch die immer engere Verknüpfung der Weltgemeinschaft gibt es immense Möglichkeiten, aktuelle authentische Materialien für den Unterricht zu bekommen. Um eine hohe Sprachkompetenz zu erreichen, müssen die Schüler möglichst oft aktiv und eigenständig arbeiten. Aber man braucht auch konsequenten Grammatikunterricht und systematisches Lernen von z.B. Vokabeln und Arbeitstechniken. Daran führt kein Weg vorbei. Wie immer: Die Mischung macht’s.

Welche Voraussetzungen sollten Schüler Ihrer Meinung nach für die Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen mitbringen?

Freude an Sprachen und die Bereitschaft, sich einzubringen. Der Rest ergibt sich von selbst. Man kann nur gewinnen. Natürlich kann man so auch herausfinden, ob man überdurchschnittlich begabt ist und auf Landesebene, vielleicht sogar auf Bundesebene „dabei“ ist. Die Teilnahme ist immer eine Bereicherung.

Als Lehrerin betreuen Sie Schülergruppen, die am Teamwettbewerb teilnehmen. Was ist dabei für Sie die größte Herausforderung?

Die Zusammenführung vielfältiger Ideen zu einem in sich stimmigen Endprodukt.

Inwiefern haben sich Ihre Schüler durch die Teilnahme am Bundeswettbewerb weiterentwickelt?

Sie haben größeres Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickelt.

Gibt es einen Moment, den Sie beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen erlebt haben, an den Sie sich besonders gern erinnern? Wenn ja, wieso?

Es gibt viele Momente, die ich als außergewöhnlich empfunden habe, zum Beispiel das Gemeinschaftserlebnis von Schülern und Lehrern aus allen Bundesländern bei den Veranstaltungen auf Bundesebene, also beim Sprachenfest und Sprachenturnier. Da fallen alle Grenzen in den Köpfen, sowohl zwischen den Bundesländern als auch zwischen den unterschiedlichen Sprachen. Das ist für mich auch ein wichtiger Sinn des Fremdsprachenlernens: Verständigung und Verständnis. Als auf dem Sprachenfest in Magdeburg 2011 alle Teilnehmer gemeinsam John Lennon’s „Imagine“ gesungen haben, das war so ein besonderer Moment.

Was hat der Bundeswettbewerb Fremdsprachen Ihnen persönlich bisher gebracht? Gibt es besondere Erkenntnisse oder Erfahrungen, die Sie mitgenommen haben?

Viele bereichernde Begegnungen und die Erkenntnis, dass unsere Schülerinnen und Schüler unglaublich kreativ und leistungsfähig sind, wenn sie sich für eine Sache begeistern. Außerdem neue Ideen und Anregungen, die ich auch in meinen eigenen Unterricht einbauen kann.

Welchen Tipp können Sie Lehrern mit auf den Weg geben, deren Schüler zum ersten Mal am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilnehmen?

Einfach mitmachen! Wer wagt, gewinnt.