Peking-Blog, Teil 6:
Zurück in die frische Luft

Ab in den Osten: Philipp Hertling aus Aarbergen (Hessen) hat den Ostasienwettbewerb im Bundeswettbewerb Fremdsprachen gewonnen - und damit ein Stipendium für einen Sprachkurs in Peking. In der chinesischen Hauptstadt kann er im Juni und Juli 2011 seine Kenntnisse weiter verbessern. Hier schreibt er über das Uni-Leben in Peking.

Weitere Infos...

...zum Bundeswettbewerb Fremdsprachen, bei dem Philipp Hertling das Sprach-Stipendium gewonnen hat. Der Bundeswettbewerb ist ein Projekt von Bildung & Begabung und erreicht jedes Jahr mehr als 15.000 junge Menschen, die gerne und gut mit Fremdsprachen umgehen.

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Ein letzter Blick auf die Skyline von Peking, fotografiert von Philipp Hertling.
Das war’s! Viereinhalb Wochen China sind wie im Flug vergangen. Ich blicke zurück auf eine sehr interessante, erlebnisreiche, aber auch anstrengende Zeit in Beijing, in der ich viele Bekanntschaften rund um den Globus machen konnte. Die letzte Woche ist geprägt von Abschiedsessen und Souvenirläden. Aber zunächst steht ja noch die Chinesisch-Prüfung (Kaoshi) unseres Sprachkurses auf dem Programm.

Am Montagmorgen bekommen wir zwei Stunden Zeit zu zeigen, was wir im Sprachkurs gelernt haben. In der Prüfung müssen wir auf Grundlage der in den letzten Wochen erlernten Vokabeln und Grammatik Lückentexte ausfüllen und Sätze vervollständigen. Die nicht so anspruchsvollen Aufgaben werden durch den Umstand erschwert, dass wir bei ihrer Bearbeitung ohne Pinyin auskommen müssen. Pinyin ist die phonetische Umschrift der chinesischen Schriftzeichen, die man für jedes Zeichen auswendig lernen muss, damit man es lesen und aussprechen kann. „Kaoshi“ ist z.B. die Pinyin-Umschrift für „Prüfung“. Man braucht Pinyin, da die chinesische Sprache kein Alphabet besitzt – und man deshalb nicht vom Zeichen auf seine Aussprache schließen kann.

Die mündlichen Prüfungen, bei denen jeder zehn Minuten in ein Einzelgespräch mit seinem Lehrer muss, folgen gleich im Anschluss an die schriftliche Prüfung. Zuerst muss ich einen Text vorlesen, der diesmal zu meiner Erleichterung wieder mit Pinyin ist, dann Fragen des Lehrers beantworten und schließlich ein kleines Rollenspiel zu einem vorgegebenen Thema improvisieren.

Rückflug mit der Sonne

Das Abschiedsessen und die Ergebnisse unserer Prüfung folgen zwei Tage später. Wir verabschieden uns voneinander, tauschen E-Mail-Adressen aus – und bei einigen fließen sogar ein paar Tränen. Das zweite Abschiedsessen folgt einen Abend später mit Alisa, Jana und Marlies. Danach wird noch eine Runde Karten auf dem Zimmer gespielt.

Am Sonntagmorgen mache ich mich mit all meinen Sachen auf den Weg zum Flughafen. Mit dem Taxi braucht man knapp 40 Minuten von der Uni aus. Der Flug dauert ziemlich genau neuneinhalb Stunden. Durch die Zeitverschiebung bin ich aber nur dreieinhalb Stunden unterwegs. Ich gewinne die sechs Stunden zurück, die ich auf dem Hinweg verloren habe. Draußen ist es die ganze Zeit hell, weil wir ja mit der Sonne fliegen. Als ich in Deutschland am Frankfurter Flughafen um kurz nach sechs Uhr abends ankomme, ist in China schon wieder der nächste Tag angebrochen. Dementsprechend komme ich todmüde daheim an. Bevor ich aber ins Bett gehe, gehe ich nochmal kurz vor die Tür und atme ein paar Mal tief durch. Das habe ich am meisten vermisst: Die frische Luft!